Sportverein 1920 Leiselheim e. V.
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Fußballschule

Fußballcamp Ostern 2018

Fußballer durch und durch: Horst Dieter Strich (rechts) und sein Sohn Denni Strich, der mittlerweile in Diensten des Deutschen Fußball-Bundes steht. Foto: photoagenten / Christine Dirigo

Bis heute im Fußball verankert Autor:Jürgen Jaap Fupa.net

Horst-Dieter Strich und Sohn Denni Strich haben zahlreiche Erfolge gesammelt
WORMS. „Fußball hat uns mit Haut und Haaren gepackt und unser Leben geprägt.“ AlsDenni Strich diese Worte spricht, hält sein Vater Horst-Dieter ein paar Momente inne, ehe er zustimmend nickt. Und gleich darauf erzählt er eine weitere Anekdote aus dem riesigen Fundus seiner nunfast sieben Jahrzehnte andauernden innigen Beziehung zum liebsten Sport der Deutschen.
„Fast alles begann so richtig mit einem Trick.“ Trainer Willibald Kreß hatte den 1941 in Berlin geborenen Horst-Dieter Strich, dessenVater Hanns-Joachim es beruflich als Architekt Mitte der 50er Jahre nach Worms zog, aus der A-Jugend der Wormatia ins Tor des Oberliga-Teams geholt. „Den ersten Ball lässt du rein“, gab der zu seinerZeit im Dress des deutschen Nationaltorwarts als „der schöne Willibald“ bekannte VfR-Coach seinem jungen Keeper eine Pflichtaufgabe vor. Exakt das passierte – ein unhaltbarer Schuss in den Winkel.„In der Pause hat er mich dann vor versammelter Mannschaft zur Minna gemacht. Da war mein Ehrgeiz, alles zu halten, was zu halten ist, total geweckt.“ Der Kniff des Willibald Kreß wirkte.Strebsamkeit spornte Horst-Dieter Strich an. Er wurde Fußballprofi. Erst beim Heimatverein Wormatia, dann beim 1. FSV Mainz 05 und dem 1. FC Kaiserslautern, ehe er das Tor prominenter Klubs wie beimholländischen PSV Eindhoven oder zurück in Deutschland beim 1. FC Nürnberg hütete.

Ob als Spieler, später als Trainer und seit 1999 als Leiter einer Fußballtorwartschule: Triebfederdes Wirkens bei Horst-Dieter Strich („Ich hasste es, zu verlieren“) war stets der Ansporn, alles so optimal wie nur möglich im geliebten Sport, in der „Berufung Fußball“, zu betreiben. Ganz andersdagegen beim in Nürnberg geborenen Denni, einem von drei Kindern aus erster Ehe. „In der Jugend ging mir immer alles leicht von der Hand“, erzählt dieser. Mutter Karin und Horst-Dieter Strich hattenihrem Sohnemann offenkundig zahlreiche sportliche Gene mit auf den Lebensweg gegeben. Gleich welche Sportart Denni auch ausprobierte, ob Judo, ob Leichtathletik, ob Tischtennis (Südwestmeister mitzwölf Jahren) – Erfolg stellte sich schnell ein.

Beim TuS Hochheim erkannte der heutige Ehrenvorsitzende Bernd Rauh schließlich den „geborenenFußballer“ in Denni Strich. „Bernd Rauh habe ich viel zu verdanken“, sagt er jetzt. In jedem Fall auch, dass er in die Fußstapfen seines Vaters als Profi-Fußballer trat. Über Hochheim, Wormatia undden FCK gelang schnell der Sprung in die U 16-Nationalmannschaft mit dem Gewinn der Fußball-Europameisterschaft 1984 als Krönung.

„Um als Profi den Durchbruch zu schaffen, hätte ich aber mehr trainieren müssen“, blickt Denni Strichetwas wehmütig zurück. „Es fehlte auch ein wenig das nötige Vertrauen des Trainers.“ Hannes Bongartz, in der Saison 1985/1986 sein Coach beim FCK, ließ den Youngster nämlich meist auf der Ersatzbankschmoren. Groll? „Nein, ich habe mich schon sehr früh für ein Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Universität Mainz entschieden.“ Fußball als „Halb-Profi“ bei Union Solingen, VfL Osnabrückund zur Studienzeit bei den Oberligisten VfR Bürstadt und SG Egelsbach folgten.

Der Vater nutzte derweil nach der Profi-Karriere sein Fußballwissen konsequent als gewiefter Trainermit einem Hang zu taktischen Finessen (Horst-Dieter Strich: „Ich habe schon früh die Abseitsfalle bei Wormatia und auch meinen anderen Vereinen etabliert.“) und verfeinerte es auch. Mit heutemodernem Pressing bugsierte der auch als Trainer ausgesprochen ehrgeizige Torwart, der nach wie vor mit zahlreichen prominenten Kollegen wie Sepp Maier oder Manfred „Moppes“ Petz auch Kontaktepflegt, den FSV Mainz 05 mit einem 3:2-Sieg am letzten Spieltag gegen Eintracht Trier in die 2. Bundesliga. Der Anfang der Erfolgsgeschichte der Rheinhessen. Der „Darmstädter Echo“ titelte damals:„Horst-Dieter Strich, der erfolgreichste Amateurtrainer Deutschlands“. Der Hintergrund: Schon mit Wormatia Worms hatte er den Aufstieg in die Zweite Liga geschafft, gleiches war ihm mit dem VfRBürstadt gelungen. Die TSG Pfeddersheim führte er später noch in die Oberliga.

Das Fußball-Gen wirkt nach dem Studium nach

In Erinnerung sind Horst-Dieter Strich auch prall gefüllte Stadien in seiner Vereine in der aktivenZeit – etwa „bei meinem besten Spiel 1966 im holländischen Klassiker zwischen PSV Eindhoven und Feyenoord Rotterdam“ – wie auch in der zweiten Karriere als Trainer geblieben. Denni Strich halfderweil nach dem erfolgreichen Studium im Marketing für gut gefüllte Kassen seiner Firmen wie etwa von 1995 bis 1998 bei der Firma Henkel in Düsseldorf. Doch das vom Vater tief verankerte Fußball-Genwirkte bei ihm nach wie vor. Erst bei „Sport 1“ in München und ab 2002 beim DFB im Bereich Medienrechte bis hin zur WM in Deutschland 2006. „Ich wollte wieder in den Sport, dort bin ich zu Hause“,bekennt sich Denni Strich mit ganzem Herzen zum Fußball. Nach der WM wurde er als einer der jüngsten Männer überhaupt Marketing-Direktor beim DFB.

Das ist er auch heute noch. „Aus dem Sport und speziell dem Fußball kann man so viel für das Lebenmitnehmen“, sagt Denni Strich voller Überzeugung. Und auch weitergeben. „Menschlich respektvollen Umgang miteinander“, pflegt Horst-Dieter Strich bei seinen intensiven Trainingseinheiten mit demTorwart-Nachwuchs der Region, die er in seiner Torwartschule auch im Alter von 76 Jahren mit großer Energie wie eh und je betreibt, zu sagen. Horst-Dieter Strich und Denni Strich: zwei Männer, einVater und ein Sohn, die dem Fußball viel verdanken und viel zurückgeben.



Horst-DieterStrich

Alter, Position: 76 Jahre, Torwart-

Laufbahn alsSpieler: 1951 1960 Worm. Worms Jug.1960 1962 Wormatia Worms 1962 1963 1. FSV Mainz 05 1963 1965 1.FC Kaiserslautern 1965 1966 PSV Eindhoven 1966 1967 1. FC Nürnberg 1967 1971 FC Bayern Hof 1971 1972 Wormatia Worms 1972 1974 SV Seeheim/Jugenh. 1974 1978 Sportfr. Heppenheim

Laufbahn alsTrainer: 1972 1974 SV Seeheim/Jugenh. 1974 1978 Sportfr. Heppenheim 1978 1980 Viktoria Griesheim 1981 1981 Wormatia Worms 1981 1984 VfR Bürstadt 1984 1988 1. FSV Mainz 05 1988 1989 Wormatia Worms1989 1990 FV Weinheim 1990 1990 Eintracht Trier 1991 1994 TSGPfeddersheim 1994 1997 Hassia Bingen 1997 1999 VfR Bürstadt

Größte Erfolge: 44 Bundesligaspiele; 1984 Aufstieg mit VfR Bürstadt in die 2. Bundesliga; 1988 Aufstieg mit Mainz 05 in die 2. Bundesliga.

DenniStrich

Alter, Position:51 Jahre, Libero, defensives Mittelfeld-

Vereine als Spieler:TuS Hochheim Jugend, Wormatia Worms Jugend, 1. FC Kaiserslautern, Union Solingen, Rot-Weiß Oberhausen, FC Homburg, 1. FC Pforzheim, VfR Bürstadt, SG Egelsbach, TSGPfeddersheim, SV Darmstadt 98.

Größte Erfolge: 78 Zweitligaspiele; U 16-Europameister 1984; Militär-Vize-Weltmeister mit der Bundeswehr-Nationalmannschaft 1987 in Italien.

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